“Deutschland verstehen – Wie geht das?”

Projekt: „Mein neues Leben in Deutschland: Neue Heimat Bonn/Rhein-Sieg

Informationsveranstaltung: „Deutschland verstehen – Wie geht das?“

Samstag, 14. September 2019 in den Kursräumen der AEF in Troisdorf

Am Samstag, den 14. September 2019 sind in den Kursräumen der AEF –Spanische Weiterbildungsakademie e.V. in Troisdorf über 20 Migranten, Ehrenamtliche und Multiplikatoren aus der Integrationsarbeit zusammengekommen, um gemeinsam wichtige Grundlagen des Zusammenlebens in Deutschland zu erörtern.

Gleich zu Anfang der Veranstaltung wird mitgeteilt, dass es nur schwer möglich ist eine konkrete Antwort auf die Frage zu geben, wie man Deutschland verstehen kann. Es sei vielmehr ein Prozess des gegenseitigen Austauschs, Kennenlernens und Zusammenlebens – und hierfür sollte die genannte Veranstaltung einen Startschuss geben.

Die Veranstaltung wurde in zwei Themenblöcken aufgeteilt:

Block 1: Das deutsche Grundgesetz – die Grundrechte

George Rashmawi von der Palästinensischen Gemeinde Deutschland-Bonn e.V. referierte über die enge Verbindung der Erfahrungen im Nationalsozialismus zu den Grundpfeilern des Grundgesetzes: „Wer das Grundgesetz losgelöst von dem geschichtlichen Hintergrund der NS-Zeit betrachtet, wird es womöglich nicht in Gänze begreifen können“, stellt Rashmawi fest. Der erste Artikel „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ sei laut Rashmawi der wichtigste Artikel des Grundgesetzes. Der Mensch stehe als Mensch im Vordergrund – unabhängig von Besitztümern, sozialem Status, Herkunft, Geschlecht etc. Zugleich machte er aber auch deutlich, dass das Grundgesetz nicht nur Grundrechte sichere, sondern auch mit Pflichten und Geboten einhergehe, wie z.B. die Pflicht steuerliche Abgaben zu zahlen und an demokratischen Mitbestimmungsprozessen teilzunehmen.

Block 2: Der subsidiäre kommunale Verwaltungsapparat des Rhein-Sieg Kreises

Der ehemalige stellvertretende Leiter des Kommunalen Integrationszentrums Rhein-Sieg, Dr. Peter Enzenberger, veranschaulichte den Anwesenden Teilnehmern auf leicht verständliche Weise die hoch komplexe föderale Verwaltungsstruktur der Bundesrepublik Deutschland und des Rhein-Sieg-Kreises. Auch hier verweist Dr. Enzenberger auf den geschichtlichen Zusammenhang zwischen der Wahl eines föderalen politischen Aufbau Deutschlands mit den Erfahrungen der NS-Zeit. Die Ablehnung einer zentralen Ordnungsmacht und die daraus resultierende zentralistische Weisungsbefugnis einer Regierung hat den Aufbau einer dezentralen (föderalen) Verwaltungsstruktur begünstigt, so Enzenberger. Schließlich nennt der Referent wichtige Adressen im Rhein-Sieg-Kreis, die mannigfaltige Orientierungs- und Beratungsangebote anbieten, wie etwa die Fachstelle Migration und den Jugendmigrationsdienst.

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Stadt Troisdorf erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit im Anschluss an die Inputreferate gemeinsam an einer Führung durch das Troisdorfer Rathaus teilzunehmen. Das Rathaus präsentiert sich den Menschen als ein offenes und bürgernahes Gebäude. Dass der Bürgermeister Herr Jablonski (CDU) sein Büro nicht in der obersten Etage, sondern gleich im Erdgeschoss habe einrichten lassen sei ein symbolischer Gestus, der Bürgernähe demonstrieren soll, teilen uns seine Assistentinnen mit.

Die Resonanz seitens der Teilnehmenden war sehr positiv. Besonders überrascht habe die Teilnehmenden die Offenheit des Rathauses und das kommunale Wahlsystem, was eine direkte Wahl des Bürgermeisters vorsieht.

Um Deutschland verstehen zu können ist es zwar mit einer einzelnen Informationsveranstaltung nicht getan, jedoch wurde hiermit ein wichtiges Fundament gegossen, auf dem der hierfür nötige Prozess wachsen kann.

Die AEF – Spanische Weiterbildungsakademie e.V. lädt alle Interessierten, Ehrenamtliche, Zugewanderte und engagierte Institutionen ein der Veranstaltungsreihe zu folgen und auch mitzugestalten. Bei Interesse melden Sie sich gerne bei:

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