Integration im ländlichen Raum – „Neue Heimat Schwarzwald“

Vortrag von Herrn Riesgo,  Votsitzender der AEF.

Mit einem Event der Offenen Tür hat die AEF in Hornberg das neue Projekt für Integration Neue Heimat Schwarzwald vorgestellt. Unter den Teilnehmern waren Repräsentanten der örtlichen Wirtschaft, wie Herr Vollmer von der kommunalen Arbeitsförderung für den Ortenaukreis und Frau Wimmer, in Vertretung des Bürgermeisteramtes  Hornberg vertreten.

Teilnehmer waren ebenfalls Gäste aus verschiedenen Ortschaften des Landkreises sowie Flüchtlinge und Neuzuwanderer, die an einer Partizipation an diesem neuen, von dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) finanzierten Projekt interessiert sind. Aus Bonn nahmen die Repräsentanten der AEF, Herr Vicente Riesgo und Herr José Alberto Ibáñez, sowie die Projektverantwortlichen Frau Paula Cots und Herr Artur Kalnins teil.

Das Dilemma der ländlichen Gegend

Bei der Vorstellung haben die Referenten die Notwendigkeit betont, Strukturen zu erhalten, angesichts einer erfolgreichen Integration der neuen Bürger, um eine vollständige gesellschaftliche Teilnahme zu erreichen. Es ist dies ein Phänomen, das, neben der Herausforderung vieler, eine Chance für die Aufnahmegesellschaft darstellt. „Die Migration ist eine Chance für Migranten, die Freiheit und ein besseres Leben suchen, aber die Migration ist entscheidend für die künftige Entwicklung der Aufnahmegesellschaft. Wenn Migranten kommen liegt es daran, dass sie sehen, dass diese Gesellschaft eine Zukunft hat“, erklärte in seinem Vortrag Vicente Riesgo, Präsident der AEF.

Integrationsaustausch – AEF Hornberg.

Angesichts dieser Gewinne muss jedoch auch erklärt werden – und auch verstanden sein wollen – was genau Integration bedeutet. Dies ist eine der Aufgaben dieses Programmes Neue Heimat Schwarzwald. „Es bedeutet nicht nur, eine Person, die etwas Positives einbringt, anzunehmen und anzuerkennen, vielmehr muss gelernt werden, ihr Raum zu geben, damit sie teilnehmen kann, um Eine/r mehr zu sein“, erklärte Riesgo, indem er die Bedeutung der Migration für die Zukunft der ländlichen Gebiete betonte, die durch das Fehlen von Infrastrukturen und daraus folgende Entvölkerung mehr und mehr bedroht sind.

Nur…wie erreicht man diese Symbiose zwischen dem Migranten und der Aufnahmegesellschaft? Wie vermittelt man diese Kenntnisse Menschen, die gerade angekommen sind und Probleme mit der Sprache haben?

Integrationsseminare mit Experten

AEF für eine erfolgreiche Integrationsstrategie

Damit die Integration sich lohnt, müssen wir alle mithelfen, erklärte Alfredo Sánchez, Verantwortlicher der AEF in Hornberg. Was kann ich als ehrenamtlicher Mitarbeiter tun? Was sind unsere Ziele? Dies sind genau die Fragen, die in den verschiedenen Seminaren dieses neuen Projektes der AEF gelöst werden, die sich über zwei Jahre erstrecken werden. „Es ist vor allem wichtig, den Ort und das gesellschaftliche Leben kennenzulernen, was man tut und was nicht und verstehen lernen, aus welchem Grund Probleme mit den Nachbarn auftreten können“ nuancierte Paula Cots, Angestellte der AEF und Verantwortliche des Projektes. Zudem hat sie auch betont, wie wichtig es ist, dass die Ehrenamtlichen erkennen, bis wohin sie helfen und ab wann, sie die Neuzuwanderer allein lassen sollten, damit diese lernen selbständig zu leben.

Als Verein, der aus der spanischen Migration der 60er Jahre entstanden ist, hat Dr. Artur Kalnins die Erfahrungen der AEF hervorgehoben und die Teilnehmer eingeladen, an den Seminaren des Projektes, an Gesprächen mit Sachverständigen und speziellen Informationen für Ehrenamtliche teilzunehmen. „Wichtig ist, dass eine adäquate Information weitergegeben wird, um die erwähnten Ziele zu erreichen“, erklärte er.

Abschließend hat der Verantwortliche der AEF Hornberg, Alfredo Sánchez, die Gelegenheit genutzt, um auch  die Unsicherheit und Ungewissheit in den Landkreisen zu erwähnen, die abhängig sind von politischen Entscheidungen, um mit dieser intensiven Integrationsarbeit mit den Flüchtlingen fortzufahren. So z.B. in Fällen wie der von Hornberg, wo trotz großer Anstrengung der Gesellschaft und des Landkreises, die Flüchtlinge von ihrem Wohnsitz in der „Postwiese“ aufgrund von politischen Entscheidungen vertrieben werden können. Ein Umzug, nachdem sie erste Schritte in der Stadt unternommen haben, würde ein weiteres Hemmnis auf dem langen Weg zu einer erfolgreichen Integration bedeuten. Und zwar, sowohl für die, die sich integrieren wollen, wie auch  für die Ehrenamtlichen und integrierenden Institutionen, die sich mit ihrer Arbeit für dieses Ziel bemühen.

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