Integrationskurse mit Alphabetisierung

Angesichts der hohen Zahl von Migranten und Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen, haben sich auch die Bedürfnisse der Teilnehmer in den Deutschkursen geändert.  Mit dem Konzept für einen bundesweiten Integrationskurs mit Alphabetisierung trägt das Bundesamt den Interessen und der spezifischen Lern- und Lebenssituation von Zuwanderern mit Alphabetisierungsbedarf Rechnung. Aufgabe des Alphabetisierungskurses ist es, die Teilnehmenden innerhalb von maximal 1.300 Unterrichtseinheiten (UE) dem Ziel der funktionalen Alphabetisierung möglichst nahezubringen und gleichzeitig Deutschkenntnisse zu vermitteln.

  • Sie leben in Deutschland und wollen die Sprache lernen? Sie sind neu oder wohnen seit langem hier, aber können kein Deutsch oder nur sehr wenig Deutsch?
  • Sie haben eine Verpflichtung zur Teilnahme und müssen einen Integrationskurs besuchen? Bringen Sie bitte die Verpflichtung zur Anmeldung mit.
  • Sie haben keine Teilnahmeverpflichtung? Dann brauchen Sie in der Regel eine Teilnahmeberechtigung vom Bundesamt, um einen Integrationskurs besuchen zu können. Wir helfen Ihnen.

Für die Anmeldung können Sie gerne einen Termin mit unserem/r Integrationskurskoordinator/in vereinbaren, um sich Wartezeiten zu ersparen. Unsere Öffnungszeiten und Kontaktdaten finden Sie hier.

Bringen Sie zur Anmeldung alle nötigen Unterlagen mit: Verpflichtung oder Teilnahmeberechtigung, Pass/Ausweis oder Identifikationsdokument je nachdem (Fiktionsbescheinigung, Aufenthaltsgestattung/Duldung für Asylbewerber mit guten Bleibeperspektiven*, MobilPass-Ticket…) und Bescheid über Leistungen (z.B. SGB II).

* Asylbewerber mit einer guten Bleibeperspektive aus den vom BAMF genannten fünf Staaten (Iran, Irak, Syrien, Eritrea und Somalia) können einen Antrag für einen Integrationskurs stellen. Wir helfen Ihnen.

(Bitte bedenken Sie: diese speziellen Berechtigungen sind nur 3 Monate gültig. D.h die ANMELDUNG muss innerhalb der 3 Monate erfolgen.

Wenn Sie noch keinen Einstufungstest gemacht haben, können Sie diesen bei uns machen. So können wir Ihr Niveau festlegen und für Sie die passende Kurs Form und das passende Modul finden.

Bitte vereinbaren Sie einen Termin für den Einstufungstest mit dem/der Integrationskurskoordinator/in vor Ort unter folgender Nummer. Die Beratung kann bis zu 1 Stunde dauern.

Unsere Integrationskurse mit Alphabetisierung richten sich an Interessenten, die nicht ausreichend lesen und schreiben können (primäre oder funktionale Analphabeten bzw. Zweitschriftlerner).

Aufgabe des Alphabetisierungskurses ist es, den Teilnehmern innerhalb innerhalb von bis zu  1.200 Unterrichtseinheiten (900-1.200 Stunden Sprachkurs und 100 Stunden Orientierungskurs) die Grundlagen der deutschen Sprache zu vermitteln. Integrationskurse mit Alphabetisierung richten sich an Neuzuwanderer, die

• Nicht lesen un schreiben können, auch nicht in ihrer Muttersprache (primäre Analphabeten)

Zweitschriftlerner (funktionale Analphabeten) . Zweitschriftlerner haben die Möglichkeit innerhalb der ersten 300 Unterrichtsstunden die lateinischen Buchstaben und das Lesen der deutschen Sprache zu erlernen und können -bei Erfolg- in einen Allgemeinen Integrationskurs (nochmals 600 Stunden) wechseln. Der allgemeine Integrationskurs schließt mit der B1 Prüfung (DTZ) ab.

In den Alphabetisierungskursen wird in kleineren Gruppen gelernt. Daher hat die Lehrkraft mehr Zeit für jeden Teilnehmer.

Zurzeit bieten wir Integrationskurse mit Alphabetisierung ausschließlich an unserem Standort in Hornberg an. Für Fragen wenden Sie sich bitte an unseren Integrationskurskoordinator vor Ort.

Nach dem letzten Modul des Sprachkurses folgt der Orientierungskurs. Dort werden folgende Themenbereiche behandelt: Kultur, Geschichte, Recht und Politik in Deutschland. Der Orientierungskurs beträgt 100 Stunden.

Ob Sie den Orientierungskurs machen müssen oder nicht, hängt von mehreren Faktoren ab. Haben Sie zum Beispiel eine Verpflichtung, den Integrationskurs zu besuchen, dann müssen Sie auch den Orientierungskurs besuchen da beide Kurse zusammengehören. Wollen Sie die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen, dann müssen Sie den Test ,,Leben in Deutschland‘‘ machen. Der Orientierungskurs hilft Ihnen, auf diesen Test besser vorbereitet zu sein.

In den Fällen, wo die Teilnahme an dem Orientierungskurs nicht verpflichtend ist, wird der Besuch des Kurses dennoch empfohlen. So können Sie nicht nur mehr über das Land, in dem Sie jetzt leben, erfahren, sondern Sie festigen auch Ihre Deutschkenntnisse.

  • DTZ

Am Ende aller Module machen Sie die Abschlussprüfung („Deutsch Test für Zuwanderer“ – DTZ). Wenn Sie in der Prüfung das B1 Niveau erreichen, dann erhalten Sie Ihr Zeugnis: Sie sprechen, lesen und schreiben dann Deutsch auf dem Niveau B1.

Wenn Sie das Niveau B1 nicht erreichen, dann erhalten Sie kein Zeugnis, sondern eine Mitteilung zu Ihrem Ergebnis. Wenn Sie die Abschlussprüfung nicht bestehen, dann können Sie noch einmal 300 Stunden Unterricht (Module 4, 5 und 6; entspricht A 2.2., B 1.1. und B 1.2.) wiederholen. Dafür müssen Sie einen Antrag auf einmalige Wiederholung beim BAMF stellen. Nach Abschluss der Wiederholung können Sie die Prüfung noch einmal machen.

  • Test ,,Leben in Deutschland‘‘ (LID)

Dieser Test findet am Ende des Orientierungskurses statt. Er enthält Fragen zu Themen, die im Orientierungskurs besprochen wurden, wie zum Beispiel  das politische System Deutschlands, deutche Kultur, das Schulwesen, Rechte und Pflichten ALLER Einwohner Deutchlands…

  • Zertifikat Integrationskurs

Wenn Sie die Sprachprüfung auf der Stufe B1 und den Test „Leben in Deutschland“ bestehen, haben Sie erfolgreich am Abschlusstest teilgenommen und erhalten das „Zertifikat Integrationskurs“ von BAMF.

Das Aufenthaltsgesetz sieht unterschiedliche Regeln nach Herkunft der Teilnehmer vor. Die konkreten und aktualisierten Informationen finden Sie auf der Webseite vom BAMF.

Zusammengefasst heißt das:

• Deutsche Staatsangehörige, EU-Bürger und Ausländer mit Aufenthaltstitel: Für jede Unterrichtsstunde des Integrationskurses müssen Sie 1,95 Euro zahlen (Teilnehmeranteil/Kostenbeitrag). Wenn Sie sich vor dem 1. Juli 2016 zu Ihrem Integrationskurs angemeldet haben, beträgt der Kostenbeitrag 1,55 Euro. Unter bestimmten Bedingungen sind Sie automatisch befreit (als Kunde vom JobCenter oder Sozialamt, wenn Sie Kindergeldzuschlag erhalten oder von den Rundfunkgebühren befreit sind…) In einigen Fällen muss dazu ein Antrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gestellt werden: Wir helfen Ihnen.

• Spätaussiedler: Als Spätaussiedler dürfen Sie, Ihr Ehepartner und Ihre Kinder einmalig kostenlos am Integrationskurs teilnehmen.

• Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive (Syrien, Iran, Irak, Eritrea, Somalia) und Geduldete mit einer Aufenthaltserlaubnis nach § 60 a Abs. 2 Satz 3 AufenthG sowie Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 5 AufenthG sind in der Regel von den Kosten befreit. Es muss jedoch auch hier in bestimmten Fällen ein Antrag auf Kostenbefreiung beim Bundesamt gestellt werden: wir helfen Ihnen

Die Kurse werden pro Modul (100 Unterrichtsstunden) bezahlt. Sollten Sie von der Zahlung nicht befreit sein, dann müssen Sie vor  Kursbeginn, während der Öffnungszeiten, im Büro bar bezahlen. Sie erhalten dann eine Quittung für Ihre Unterlagen.

Sollten Sie sich mit einer Teilnahmeberechtigung/Verpflichtung angemeldet und die Hälfte der Kosten selber getragen haben,  können Sie unter bestimmten Bedingungen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Hälfte des von Ihnen bezahlten Anteils der Kurskosten zurück erhalten.

Informieren Sie sich bitte rechtzeitig über die Schritte die Sie machen müssen, da ohne Ihren Antrag keine Rückerstattung erfolgen kann. Bei Fragen kann der/die Integrationskurskoordinator/in Ihnen helfen.

Unter bestimmten Voraussetzungen erhalten Sie einen Zuschuss zu den Fahrtkosten. Dazu müssen Sie einen Antrag stellen. Informieren Sie sich bitte bei der Integrationskurskoordinatorin vor Ort. Wir helfen Ihnen.

Wenn Sie sich für einen Kurs anmelden, erhalten Sie Informationen über den geplanten Anfang und Ende des Kurses. Bitte beachten Sie, dass der Endtermin sich aufgrund von krankheitsbedingtem Ausfall des Lehrers (*) verschieben könnte.

Sie erhalten auch Informationen über die freien Unterrichtszeiten bei der AEF.

Bitte beachten Sie: an gesetzlichen Feiertagen entfällt der Unterricht.

(*) Im Falle eines krankheitsbedingten Lehrerausfalls stellt die AEF – sofern möglich -einen Ersatzlehrer. Wenn die Vertretung nicht möglich wäre, dann werden ausgefallene Unterrichtsstunden nach Kursende zu denselben Kurszeiten nachgeholt

Der Lehrplan ist leer